#50: Ich bin ich, oder nicht? 4 Bücher über Identitätssuche

Shownotes

Können Identitätskrisen durch die Flucht in ein anderes Leben überwunden werden? Wie lebt man, wie liebt man unter falscher Identität? Und wie kann man sich zugehörig fühlen, wenn man nirgends zuhause ist? In der 50. und letzten Folge von Suhrkamp espresso stellen wir vier Bücher zu diesem Thema vor.

In seinem Roman Das Leben eines Anderen beschreibt Keiichiro Hirano, was geschieht, wenn wir mit einer anderen Person die Identität tauschen. Er schreibt in einem raffinierten literarischen Spiel über eine scheinbar ganz normale japanische Familie – und über das fatale Verlangen nach einem anderen Leben. Yannic Han Biao Federer erzählt in seinem Roman Tao von einer Spurensuche entlang biographischer Brüche und historischer Verwerfungen, in der deutschen Provinz wie im zerrissenen Hongkong von heute. Sein Buch stellt die Frage, wie gemeinsame Erinnerung erzählt werden kann, wem sie gehört – und was sie verspricht. In An der Grasnarbe erzählt Mirjam Wittig von einer suchenden jungen Frau, von ihren Zweifeln und den Widersprüchen unserer Gegenwart. Um ihren Angstattacken in der Großstadt zu entfliehen, ist Noa als freiwillige Helferin auf einen Hof nach Südfrankreich gekommen. Doch in der Abgeschiedenheit der Berge holen sie schließlich die Ängste und inneren Konflikte ein, mit denen sie bereits zuhause zu kämpfen hatte. Matthias Nawrats Roman Reise nach Maine, der 2021 im Rowohlt Verlag erschien, erzählt von einem jungen Schriftsteller, der mit seiner Mutter in die USA reist. Auf der Reise beginnt ein Konflikt zwischen beiden aufzubrechen, der nicht nur das Leben der beiden und ihr Verhältnis zueinander prägt.

Die Bücher der Folge:

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